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Frühling 2021 – Abszesse und Zysten

Ein unentdecktes Infektionsgeschehen im Mund sowie ein entzündeter, nicht korrekt herausgewachsener oder nicht ausreichend behandelter Zahn kann zu einer Gewebeveränderung im Kiefer führen. Es kommt zu Zysten oder Abszessen, die unbehandelt immer weiter wachsen und verschiedene Beschwerden auslösen. Doch was sind Zysten und Abszesse überhaupt? Worin unterscheiden sie sich? Und wie können die Gewebeveränderungen behandelt werden? Diese Fragen möchten wir Ihnen im Folgenden beantworten:

Abszesse

Bei Abszessen handelt es sich um abgekapselte Eiteransammlungen, die als Folge von Entzündungsprozessen auftreten. Diese Gewebeveränderungen machen sich zunächst häufig durch ein leichtes Druckgefühl oder ein „Pochen“ im Kiefer bemerkbar. Wird der Abszess nicht im Anfangsstadium behandelt, kommt es in der Regel zu stärkeren Schmerzen sowie einer „dicken Backe“.

Um einen Abszess zu behandeln, wird der Hohlraum, in dem sich der Eiter angesammelt hat, vorsichtig geöffnet, damit der Eiter abfließen kann. In manchen Fällen ist eine zusätzliche Behandlung mit antibakteriellen Gels, Salben oder Spülungen erforderlich.

Auch eine Wurzelkanalbehandlung, Wurzelspitzenresektion oder eine Entfernung des betroffenen Zahns ist ggf. notwendig, um die Ursache des Abszesses zu beseitigen.

Zysten

Mit dem Begriff Zyste wird in der Fachsprache ein mit Flüssigkeit gefüllter Hohlraum bezeichnet. Dieser kann fast überall im Körper im Weichgewebe oder an der Knochensubstanz entstehen. Eine Zyste tritt jedoch am häufigsten im Umfeld von Zahnwurzeln auf und kann beispielsweise durch eine tiefliegende Entzündung an der Wurzelspitze, einen Verschluss eines Speicheldrüsenausgangs oder nicht vollständig herausgewachsene Zähne ausgelöst werden. Da sie zunächst keine Beschwerden hervorruft, nehmen Patienten die Zyste oftmals erst dann wahr, wenn sie eine gewisse Größe erreicht hat und auf umliegendes Gewebe oder Zähne drückt.

Zur Behandlung einer Zyste kommen zwei chirurgische Verfahren infrage: Bei einer Zystektomie werden die Zyste sowie umliegendes entzündetes Gewebe vollständig entfernt. Ggf. wird der entstandene Knochendefekt mit Knochenersatzmaterial ausgeglichen. Eine Zystostomie ist bei Zysten mit sehr großem Volumen angeraten, um möglichst gewebeschonend vorgehen zu können. Hierbei wird nur ein kleiner Teilbereich entfernt und die Zyste wird anschließend eröffnet, damit die Flüssigkeit im Inneren herauslaufen kann.

Haben Sie eine Frage zu Zysten oder Abszessen? Wir sind gern für Sie da.